Die fünfte Generation: Ernst Pfingsten

    Am 26. August 1896 wurde Ernst Pfingsten geboren. Seine ersten Kindheitserinnerungen waren, so schrieb er, der Geruch von Druckerschwärze und das Stampfen der Druckmaschinen im Familienbetrieb. Ernst machte in Celle Abitur, nahm am Ersten Weltkrieg im Infanterieregiment 411 teil und studierte nach Kriegsende Zeitungs- und Musikwissenschaften in Leipzig sowie Deutsch und Geschichte in Göttingen. Als der Vater 1920 starb, brach Ernst das Studium ab und übernahm die Leitung der Firma. Da war er noch keine 24 Jahre alt. Schwere Zeiten brachte die Inflation. Ernst Pfingsten gelang es aber, den Betrieb zu bewahren und sogar auszubauen. Er kaufte 1922 die zweite Celler Tageszeitung, die „Niedersächsische Landeszeitung“ mit dem Druckereibetrieb in der Mauernstraße 50. Dorthin lagerte er die Anzeigen­annahme der Celleschen Zeitung sowie Teile der Druckerei aus. Auch das Eckhaus Bahnhofstraße/Hannoversche Straße erwarb er bereits in dieser Zeit, um dort 1933 das neue Druck- und Verlagshaus bauen zu können. Die Jahre der NS-Diktatur nutzte Ernst Pfingsten für den weiteren Ausbau der Firma und machte die Cellesche Zeitung zur zweitgrößten Tageszeitung in Nordostniedersachsen. Nach dem vierjährigen Verbot schaffte er den Neuanfang in der noch jungen Bundesrepublik. In 46 Jahren Schaffenszeit hat er vieles für die Firma erreicht. „Onkel Ernst“, wie ihn viele nannten, war ein allseits geschätzter Mensch. Er war tief gläubig, überaus musikalisch und darüber hinaus sehr heimatverbunden. Seit 1925 brachte er mit dem „Sachsenspiegel“ eine weithin bekannte Beilage heraus. Namhafte Heimatforscher veröffentlichten in dem damals noch mehrseitigen Blatt interessante Abhandlungen. Mit seiner Frau Hedwig von Rhein, die er am 26. September 1923 heiratete, hatte Ernst zwei Kinder: Georg und Brigitte.