Von Generation zu Generation – ein Abo für Familie Steitzer

Jürgen Steitzer verfolgt nicht nur die Ergebnisse des TuS Eicklingen, sondern ist auch bestens über die Partien in den Nachbargemeinden informiert. ©Oliver Knoblich

Die USA, Mexiko, Chile, Saudi-Arabien und der Irak – der Eicklinger Jürgen Steitzer ist weit herumgekommen. In seinem Berufsleben hat der Weltenbummler viel gesehen, viel erlebt und unterschiedliche Kulturen und Menschen kennengelernt. Als Techniker für Beregnungsanlagen war der 78-Jährige bis zu fünf Monate zusammenhängend im Ausland.

Weit von zu Hause und seiner Familie entfernt sei es nicht immer leicht gewesen, den Überblick darüber zu behalten, was in der Heimat passiere. Doch seine Ehefrau habe ihn stets auf dem Laufenden gehalten, so Steitzer. „Sie hat mir die neuesten Nachrichten aus der Celleschen Zeitung am Telefon vorgelesen.“ So war er immer gut darüber informiert, was in und um Eicklingen passiert.

Schon seine Eltern, mit denen er aus Westpreußen in das Dorf im Ostkreis geflüchtet war, hatten die Zeitung abonniert. Das war 1945. „Sie wollten sich informieren“, erklärt der 78-Jährige. Im Rückblick muss Steitzer darüber lachen: „Zu dieser Zeit hätte ich andere Sachen im Kopf gehabt, jedenfalls nicht daran gedacht, eine Zeitung zu abonnieren.“

An das gemeinsame Lesen kann sich der Eicklinger immer noch ganz genau erinnern. Er ist mit der Celleschen Zeitung groß geworden, deren Inhalte er schon als Siebenjähriger lesen konnte. Das Abo hat er von seinen Eltern übernommen. Und noch immer ist es ein Familienabo. Während Steitzer die Zeitung noch klassisch in gedruckter Form liest, nutzt sein Bruder das digitale Abo. „Ich musste mich schon beruflich an den Laptop gewöhnen“, erklärt der 78-Jährige, „da habe ich lieber die Zeitung in der Hand.“

Wenn der Eicklinger mit seiner Lektüre fertig ist, wird die Zeitung an die Kinder weitergegeben. Dabei ist es von Vorteil, dass die ganze Familie in der angrenzenden Nachbarschaft wohnt. So ist der Zeitungs-Austausch schnell gemacht. Mittlerweile aber habe er auch seine Kinder dafür gewinnen können, die Zeitung zu abonnieren, fügt Steitzer lachend hinzu.

Immer sei es ihm wichtig gewesen, zu wissen, was in der Region passiere, sagt er. „In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung steht nicht, wenn hier eine Straße gesperrt wird, die Brücke saniert wird oder wie TuS Eicklingen gespielt hat.“ Ihn interessiert, was konkret an seinem Wohnort und im Landkreis passiert. Besonders den Lokalsport studiert er genau. „Mit den Kollegen aus Wietze und Winsen wurden auch schon mal die Spielergebnisse diskutiert und es wurde darüber gelästert“, witzelt Steitzer. Durch die Zeitung hat er sich jahrelang über die Duelle auf dem Rasen der lokalen Fußballmannschaften informiert. Mit seinem Fachwissen stellt er jeden Experten in den Schatten. „Ahnsbeck und Lachendorf hatten früher starke Vereine“, resümiert er.

Noch heute verfolgt Steitzer die Spiele aufmerksam, gern auch noch direkt auf dem Eicklinger Sportplatz. Doch um den gesamten Überblick der Begegnungen im Landkreis zu haben, ist die Ausgabe am Montag für ihn „der Höhepunkt der Woche“. Dann werden zuerst die Spielberichte gelesen und die Tabelle ausgewertet.

Doch nicht nur der Spieltag der Kreis- und Bezirksliga wird bei den Steitzers am Küchentisch aufgearbeitet, sondern auch die Lokalpolitik. „Wir reden viel“, sagt der 78-Jährige. Er habe eine große Familie, und Kommunikation stehe dort an erster Stelle.

Urlaub ist für ihn immer ein Fremdwort gewesen. „Höchstens mal fünf oder sechs Tage“, erklärt der Eicklinger. Noch bis vor zwei Jahren war er aktiv im Berufsleben. Immer auf dem neuesten Stand zu sein, war nicht nur beruflich seine Devise, sondern auch in seiner Freizeit. Während seiner Reha-Aufenthalte hat er sich die CZ extra nachliefern lassen. „Dabei hatte ich nicht wirklich Zeit zum Lesen“, sagt er mit einem Augenzwinkern.