„Ich hasse Ungerechtigkeiten“

Peter Lampe aus Unterlüß gehört zu den besonders fleißigen Leserbrief-Schreibern. ©Alex Sorokin

Seit drei Jahren ist sein Name regelmäßig in der CZ zu lesen. Peter Lampe ist nämlich eifriger Leserbrief-Schreiber. „Auf bestimmte Themen bin ich dabei nicht festgelegt“, erzählt der Unterlüßer. Was der 76-Jährige nicht mag, das sind Ungerechtigkeiten: „Wenn ich der Meinung bin, es läuft irgendwo etwas falsch, dann muss ich mal was dazu sagen. Meine Frau sagt zwar oft, ich soll es doch sein lassen. Aber meistens schreibe ich dann einen Leserbrief“, sagt er.

Genauso wie er tun dies zahlreiche CZ-Leser – der eine häufiger, andere nur einmal in ihrem Leben. Und damit sie alle zu ihrem Recht kommen, gibt es hausintern „Regeln“ für den Umgang mit Leserbriefen. Dazu gehört, dass diese nicht mehr als 1000 Zeichen umfassen sollten und dass ein Verfasser frühestens zehn Wochen nach einer Veröffentlichung erneut seine Meinung sagen kann. Zudem werden keine Zuschriften mit volksverhetzenden, rassistischen und rechtswidrigen Inhalten veröffentlicht oder solche, die anonym eingehen.

Peter Lampe, der in Unterlüß als Schiedsmann agiert und mit kleinen Unterbrechungen bereits sein ganzes Leben die CZ liest, ist übrigens immer wieder überrascht über die Reaktionen auf seine Briefe. „Da kommen schon mal Anrufe oder Briefe, und einige davon sind auch nicht nett.“ Dabei erinnert er sich besonders an einen Leserbrief, den er zur KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen geschrieben hat. „Ich war der Meinung, dass man nicht immer Millionen in die Gedenkstätte investieren muss. Sicherlich ist es wichtig, die Gräuel der Nazi-Zeit nicht zu vergessen, aber dort ist doch alles gut gemacht. Und das Geld könnten wir an anderer Stelle besser gebrauchen.“

Lampe kam während des Krieges mit seiner Mutter nach Celle. Über Beedenbostel landete er letztlich in Unterlüß, wo er einige Jahre für die CDU im Gemeinderat saß. „Das habe ich von meinem Vater mitbekommen“, sagt er. „Er hat mir immer gesagt, die Sozis können nicht mit Geld umgehen, das habe ich verinnerlicht“, erklärt er mit einem Schmunzeln.