Rund 260 Gäste gratulieren CZ zum Geburtstag

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CZ-Verlegerin Friederike Pfingsten (rechts) nahm die Glückwünsche zum 200. Geburtstag der CZ entgegen. © Michael Schäfer

So viel Theater um die Zeitung dürfte Celle in den vergangenen Jahrhunderten kaum erlebt haben: Nicht nur mit einem Festakt, sondern mit der Uraufführung eines Schlosstheater-Stückes, das noch für Furore sorgen dürfte, hat die Cellesche Zeitung am Freitag mit rund 260 Gästen aus dem öffentlichen Leben ihren 200. Geburtstag gefeiert.

„In Sprache gestanzt, aus Asche gepresst, mit Druck gezeugt“ – so heiße es in der Ankündigung über das Theaterstück „Die Zeitung“, so CZ-Verlegerin Friederike Pfingsten: „Das Stück ist Geburtstagsgeschenk, Festbeitrag, Reflexion und Anregung zum gesellschaftlichen Diskurs gleichermaßen.“ Normalerweise schreibe die Zeitung über das, was im Theater passiere, und interpretiere, wie es gewesen sei, so Pfingsten: „Diesmal spielt das Theater, was in der und durch die Zeitung passiert. Es interpretiert auf seine eigene Art und Weise die Geschichte, die auch Celler Stadtgeschichte ist, seit 1817 untrennbar verbunden.“

Ewald Dobler, Vorsitzender des Verbandes Nordwestdeutscher Zeitungsverlage, wies darauf hin, dass die am 2. April 1817 zum ersten Mal als „Zellescher Anzeiger“ erschienene CZ bundesweit zu den 25 ältesten heute noch erscheinenden Vertretern der Branche zähle: „Nicht nur die CZ, sondern auch das mediale Produkt Tageszeitung an sich ist eine Erfolgsgeschichte, die es in dieser Form nicht noch einmal gibt. Andere Erfindungen, die moderner, cooler und attraktiver erschienen, sind wieder nach kurzer Zeit vom Markt verschwunden. Die Tageszeitung hat sich wie die Cellesche Zeitung zu einer Instanz des örtlichen Geschehens entwickelt.“

Die Heimatverbundenheit und die lokale Verankerung im städtischen Geschehen seien für Dobler ein Grund, warum er an die Zukunft der Zeitung glaube: „Im Übrigen sind es gerade die Zeitungen, die in den Zeiten von Fake News für seriösen und der Wahrheit verpflichteten Journalismus stehen.“ Die CZ liefere tagtäglich Nachrichten und Hintergründe, die, ob aus aller Welt oder vor der eigenen Haustür, dem Leser helfen, die Geschehnisse verlässlich einordnen zu können, so Dobler.

„Vor vielen Jahren hat man mir mal gesagt, dass es in der Stadt und im Landkreis Celle ein Dreigestirn der Macht gebe: Oberbürgermeister, Landrat und Cellesche Zeitung“, witzelte Celles Landrat Klaus Wiswe. Beim Oberbürgermeister und Landrat sei er sich nicht so sicher, bei der Celleschen Zeitung schon: „Aber ersetzen wir Macht durch Bedeutung, das trifft es doch eher.“ Wiswe beglückwünschte das „Geburtstagskind“ CZ auch im Namen von Oberbürgermeister Jörg Nigge: „Den Machern – an der Spitze nach wie vor die Familie Pfingsten in der Nachfolge der Gründer Schweiger und Pick – wünsche ich alles Gute und viel Erfolg. Erzählen Sie weiter die Geschichten, die sonst keiner erzählt! Berichten Sie von nebenan, loben Sie, kritisieren Sie, decken Sie auf!“