Aus den Erzählungen vieler Zeitzeugen sind inzwischen sechs Magazine entstanden. Darin leben Erinnerungen an alte Zeiten wieder auf, zum Beispiel an den Eisverkäufer Talamini oder das Fuhsebad. ©Marcus Jacobs

Ein Südtiroler bescherte 1907 der einstigen Residenzstadt das erste Speiseeis. Viele Celler erinnern sich noch heute gern an das Eis-Imperium von Alex Talamini. Wehmut schwingt dagegen bei vielen Cellern mit, wenn sie am ehemaligen Telefunken-Gelände vorbeifahren oder in dem heutigen Einkaufszentrum ihre Besorgungen machen. Ende 1997 schloss das Werk, das 31 Jahre zuvor zwischen Hermann-Billung-Weg, Bahnstrecke und Bundesstraße 3 eröffnet wurde. Die letzten 650 Beschäftigten wurden trotz großer Proteste entlassen.

Dass viele Jahrzehnte davor noch eine Straßenbahn durch die Innenstadt fuhr – daran können sich die älteren Celler noch gut erinnern. Diesen ganz unterschiedlichen Themen sind drei der sechs Titelgeschichten in den Magazinen gewidmet, die aus der CZ-Serie „Alte Fotos erzählen“ entstanden sind.

„Unsere Leser haben viel Spaß beim Stöbern in der Celler Vergangenheit“, sagt CZ-Blattmacher Andreas Babel, der die Serie Anfang 2013 ins Leben gerufen hatte. Inzwischen schreibt CZ-Redakteur Christopher Menge die Geschichten auf, die CZ-Leser erzählen.

Ausgangspunkt für jeden Artikel ist jeweils ein altes Foto, das in der Celleschen Zeitung veröffentlicht wird – mit der Bitte, dass sich Zeitzeugen bei der CZ melden und erzählen, was ihnen zu dem historischen Bild einfällt. Eine Woche später erscheint dann in der CZ ein Artikel mit diesen Erinnerungen und weiteren Fotos. Teilweise meldeten sich so viele Zeitzeugen, dass sogar schon eine Doppelseite in der Zeitung erschien. Die besten Geschichten werden dann für ein Magazin nochmal aufbereitet – mit weiteren Fotos.

Die Leser erwartet ein bunter Mix aus Episoden und Celler Zeitgeschichte: Zum Beispiel geht um den kultigsten Transporteur, den es wohl jemals in Celle gegeben hat – den legendären Dienstmann Otto Kempe. Auch der zaubernde Lokomotivführer Hermann Timme ist ein Celler Unikat – am zweiten Magazin „Als in Celle die Loks noch dampften“ hat er einen großen Anteil. Weitere Zeitzeugen, die immer viel zu den historischen Bildern wissen, sind Rudolf Peterson, Arnold Linke, Otto Brase, Erhard Pausch oder Hänschen Röling. Die Geschichten und die fast 150 Teile umfassende Serie leben aber von jeder einzelnen Erinnerung der CZ-Leser.

Während die ersten beiden Magazine ausverkauft sind, sind die Magazine „Als in Celle Talamini noch Eis verkaufte“, „Als in Celle noch in der Fuhse gebadet wurde“ und „Als in Celle Fernseher noch vom Band liefen“ weiterhin im Kundencenter der Celleschen Zeitung erhältlich.

Das jüngste Magazin, das Ende März erschienen ist, erinnert unter anderem an das Kinderhospital, aber auch an die erfolgreiche Band „Benstem + Naumann“ oder an den Bau des Freibads Westercelle. Weitere Geschichten drehen sich um die Ur-Apotheken Celles, den ehemaligen Sackhandel mitten in der Stadt und um den Nordwall, dessen Bild sich bald verändern könnte.

Das Magazin kostet 7,90 Euro, Abonnenten zahlen 6,90 Euro. Es ist erhältlich im CZ-Kundencenter, in ausgewählten Zeitungskiosken und im Buchhandel.