Sorgt selbst bei überregionalen Themen für den richtigen Durchblick - die CZ arbeitet mit einer Vollredaktion und erstellt auch Seiten wie Politik, Wirtschaft, Niedersachsen oder Weltspiegel in einem Haus. ©Marcus Jacobs

Bei der Lektüre ihrer Cellesche Zeitung erfahren die Leser in Stadt und Landkreis Celle nicht nur, was in der Nachbarschaft passiert. Auch das Weltgeschehen in Politik und Wirtschaft sowie bunte Meldungen und das Neueste aus Niedersachsen finden sich im traditionsbewussten Heimatblatt. Und auch diese Zeitungsseiten entstehen am Newsdesk in der Celler Bahnhofstraße.

Anders als viele andere Zeitungen gleicher Größe verfügt die CZ über eine Vollredaktion. Andere Titel haben nur noch eine Lokalredaktion für das Geschehen vor der eigenen Haustür und übernehmen die Seiten der überregionalen Ressorts von größeren Redaktionen. Dieser Trend begann während der Konzentrationswelle in den 1980er Jahren. Aus Kostengründen versorgen „Mantelredaktionen“ dabei mehrere „Kopfblätter“ aus Zeitungsverbünden mit den Ressorts Politik, Wirtschaft, Feuilleton und Sport.

Im Jahr 1989 hatte es in der Bundesrepublik noch 119 Zeitungen mit Vollredaktion gegeben. Diese Zahl erhöhte sich durch die deutsche Wiedervereinigung kurzzeitig und sank dann wieder – auf jetzt wohl weniger als 100 Vollredaktionen, bei rund 350 regionalen und lokalen Abo-Zeitungen. Kritiker beklagen diese Entwicklung als Verarmung der Meinungs- und Themenvielfalt.

Auch im „Großen“ aber finden sich lokale Aspekte, die in der Berichterstattung aus einer Vollredaktion besser dargestellt werden können als bei bloßer Übernahme von Zeitungsseiten. Es macht einen Unterschied, ob die Berichterstattung in Berlin konzipiert wird oder in München – oder eben in Celle. Bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr etwa sind oft auch Soldaten aus Wietzenbruch oder Fassberg beteiligt, und im Celler Wirtschaftsleben geben Tiefbohrunternehmen mit Stammsitz in den USA den Takt mit vor. Oft genug sind auch die Themen der CZ-Lokalredakteure der „Aufmacher“ auf Seite 1. Gut, wenn eine Lokalzeitung da bei ihrer Berichterstattung flexibel agieren kann. Und auch die Pressevielfalt in Deutschland kann nur profitieren, wenn am Zeitungskiosk nicht auf allen Titelseiten die gleichen Themen prangen.

So bringt die Cellesche Zeitung ihren Lesern gern auch immer wieder Themen näher, die in den abendlichen Fernsehnachrichten vielleicht noch nicht vorkamen. Auch dabei ist Flexibilität notwendig – wenn der neue Präsident der USA ins Amt kommt oder Olympische Spiele beginnen, spielt das natürlich auch bei der Celleschen Zeitung eine dominierende Rolle.

Bei ihrer überregionalen Berichterstattung setzen die CZ-Nachrichtenredakteure vor allem auf den permanent einfließenden Strom von Meldungen der Deutschen Presseagentur (dpa), deren Gesellschafter die CZ übrigens – wie die meisten deutschen Zeitungsverlage auch – ist. Daneben bedient sich das Haus des dpa-Landesdienstes (lni), des Evangelischen Pressedienstes (epd), des Presse-Info-Dienstes (pid) und des Sport-Informations-Dienstes (sid). Online-Recherchen und telefonische Nachfragen ergänzen das Arbeitspensum der Nachrichtenredaktion.

Bis zum Redaktionsschluss um 22 Uhr verfolgt ein kleines Team das weltweite Geschehen, aktualisiert den Meldungsstand (und die Ergebnisse von Sportveranstaltungen), greift neue Themen auf. Natürlich ist häufig auch die lokale Beurteilung überregionaler Vorgänge von Belang – Statements lokaler Abgeordneter von Land- und Bundestag gehören zur Berichterstattung ebenso wie „Volkes Stimme“ bei Umfragen zu brisanten Themen. Ziel der CZ dabei: jeden Tag alles, was für die Leser wichtig ist.