Mehr als 100 Meter lang sind die Förderketten, auf denen die gedruckte Zeitung von der Rotation zu den Verarbeitungsmaschinen transportiert wird.

Voraussetzung dafür, dass eine Zeitung im Rotationsdruck überhaupt produziert werden kann, sind Druckplatten. Diese werden in der sogenannten Druckvorstufe gefertigt. Die digital ankommenden Seiten werden in der sogenannten CTP-Anlage (Computer to plate) mittels eines Lasers auf Druckplatten aus Aluminium projiziert. Ein Vorgang, der zwei, jeweils zehn Meter lange Maschinen, aber wenig Zeit in Anspruch nimmt.

Das Druckzentrum der Celleschen Zeitung benutzt zum Belichten der Druckplatten ein Agfa-Advantage-System für vollautomatische Hochgeschwindigkeitsbelichtung. Mit 500 Platten pro Stunde erreicht der Durchsatz an Druckplatten ein Höchstmaß an industrieller und wirtschaftlicher Produktion. Rund 110.000 Druckplatten werden pro Jahr benötigt, um die Cellesche Zeitung zu drucken.

Die Druckplatten werden in einer Entwicklungseinheit entschichtet und gummiert. Dadurch wird ein Oxidieren der Platten verhindert.
Für diesen Arbeitsschritt nutzt das Druckzentrum der Celleschen Zeitung ebenfalls ein System von Agfa: Attiro, das auf einem patentierten Kaskadenprinzip beruht.
Bei diesem Kaskadenprinzip gibt es drei Abschnitte, in denen eine konzentrierte Gummierung kaskadenförmig vom dritten über den zweiten in den ersten Abschnitt gelangt. So wird die Gummierung drei Mal verwendet, was zu geringerem Verbrauch bei maximalem Auswascheffekt führt. Das macht den Druckvorstufenprozess nachhaltiger.

Mithilfe von Videokameras in der Stanzsektion werden die Druckplatten schließlich ausgerichtet, gestanzt und gekantet, damit sie später auf die Druckzylinder gespannt werden können. So wird auch gewährleistet, dass alle Farben richtig zueinanderstehen.

Die 120 Gramm leichten Druckplatten werden anschließend auf Zylinder der Rotationsmaschine gespannt, von wo aus das Seitenprofil auf sogenannte Gummituchzylinder und von dort wiederum aufs Papier übertragen wird. Dieses Verfahren bezeichnet man als Offsetdruck (englisch offset = absetzen). Etwa 60 Meter lang ist die Strecke, die das Papier vom Verlassen der Rolle bis hin zur fertig gefalzten Zeitung zurücklegt. In Olympia-Geschwindigkeit: 9,4 Meter pro Sekunde – das entspricht rund 34 Kilometern pro Stunde.

Die Druckmaschine Colora hat eine Höhe von 8,5 Metern, ist 26 Meter lang und wiegt 185 Tonnen. In den Hallen der Druckerei in Klein Hehlen lagern unterschiedlich breite Papierrollen, aber alle haben die einheitliche Länge von rund 22.000 Metern.
Das Druckzentrum in Klein Hehlen verbraucht pro Jahr rund 4500 Tonnen Papier. Das macht rund 79.200.000 Meter. Würde das ganze Papier auf einer einzigen Rolle aufgewickelt sein, könnte man die Erdkugel am Äquator damit zweimal umwickeln. Rund 100.000 Kilogramm Druckfarbe benötigt das Druckzentrum pro Jahr. Das ist fast so viel, wie ein Blauwal wiegt. Pro Woche werden 1,9 Tonnen Druckfarbe in der Rotation verarbeitet. Das entspricht einem Gewicht von zwei Kleinwagen.

Drei Leitstände bilden den Kontrollraum der Rotationsmaschine. Von dort aus wird der gesamte Druckvorgang – Papierzufuhr bis Farbauftrag – per Mausklick gesteuert.

Rund 30.000 Cellesche Zeitungen laufen täglich durch die Rotation. In 60 Minuten ist die Tagesauflage der Celleschen Zeitung gedruckt. Jede einzelne Zeitung muss per Förderkette, also 105 Meter, bis in einen Nachbarraum zurücklegen, in dem ein Dutzend Mitarbeiter maschinell Beilagen einlegen: Die gedruckten und gefalzten Zeitungen verlassen so auf langen Transportketten mit vielen Kurven die Rotation und kommen in den Versandraum. Dort werden die Tageszeitungen, die wie Perlen an einer Kette aufgereiht sind, zu zwei Verarbeitungsmaschinen geführt.

Sternförmig, wie die Arme eines Tintenfisches, greifen die Weiterverarbeitungsmaschinen die Tageszeitungen. Automatisiert werden in die leicht aufgeklappten Zeitungen Beilagen eingelegt. Pro Maschine können bis zu 16 Stück gleichzeitig eingelegt werden.

Danach werden die Zeitungen maschinell abgezählt, mit Plastikbändern in handliche Pakete für die Zusteller zusammengeschnürt und zum Schutz vor Regen oder Schnee in Folien verpackt. Auf jedem Paket liegt am Ende ein Deckblatt, auf dem das Lieferziel des Pakets steht.

Von der Versandhalle aus gelangen die Zeitungspakete über Förderbänder zu den Auslieferungsfahrzeugen auf dem Druckereihof. Sie fahren später alle Zusteller an. Diese übernehmen die Verteilung der Zeitung in die Briefkästen.