Die neue Cellesche Zeitung wird 200!

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Presse verändert sich, Strukturen sind nicht unantastbar. Doch die Demokratie braucht Leitmedien, die genug Mittel haben, um ihren Job gut zu machen, und das scheint nicht mehr auf Dauer garantiert. – Der das feststellte, war der Wirtschaftsexperte Thomas Klau. Er schrieb diese Sätze 2009 in einer Kolumne einer Zeitung, die es heute schon nicht mehr gibt: in der Financial Times Deutschland.
„Online first“ heißt es längst in vielen Verlagen, deren Flaggschiff einst eine gedruckte Tageszeitung war. Alle Tageszeitungen kämpfen seit Jahren um Auflage und Abonnenten. Aber auch um Werbeerlöse und Geschäftsmodelle, die Nachrichten und Inhalten online auf einen Weg bringen, der Qualitätsjournalismus finanzierbar macht. Das ist auch bei der Celleschen Zeitung so.

Und die wird nun 200 Jahre alt. Das ist für die rund 120 Mitarbeitenden im Verlag nicht nur ein Anlass auf das zu schauen, was in 200 Jahren Verlagsgeschichte passiert ist. Es ist vor allem auch ein Anlass, eine Strategie für die Zukunft einer traditionellen und traditionsbewussten Tageszeitung auf den Weg zu bringen. Für eine Zukunft, in der es natürlich weiterhin eine gedruckte Tageszeitung für Stadt und Landkreis Celle gibt. Eine Tageszeitung, die für Qualitätsjournalismus steht. Eine, die nah dran ist an ihren Lesern und ihren Anzeigenkunden, die seriös, vertrauenswürdig und kritisch ist. Aber auch eine, die offen ist für Anregungen und die mit ihren Lesern wie mit ihren Kunden in einem engen Austausch ist.

Wie diese Zukunft konkret aussieht, werden zuerst die Leser der CZ feststellen: nämlich an der neuen Gestaltung der Tageszeitung. Doch dieses Facelifting ist nur ein winziger Teil eines großen Prozesses, an dem seit einigen Monaten die Mitarbeitenden der Celleschen Zeitung selbst Hand anlegen, Ideen produzieren und neue Geschäftsfelder ausloten.

Ganz konkret, das steht schon fest, wird sich der Verlag künftig noch breiter aufstellen im Bereich von Kommunikationsdienstleistungen, was vor allem die Werbekunden der Celleschen Zeitung in naher Zukunft erleben werden. Erste Pilotprojekte im Bereich von Videoproduktionen laufen bereits. Die Einführung der Mediabox war im vergangenen Jahr ebenfalls ein Schritt in diese Richtung.

Im Zentrum dieses Zukunftsszenarios steht auch die Entwicklung völlig neuer Produkte in den Bereichen Print und Online. Die beiden, bereits erfolgreich eingeführten Magazine „Alte Fotos erzählen“ und „CellaVie“ sind schon ein Teil der neuen Markenstrategie der Celleschen Zeitung, um sich auf dem regionalen Medienmarkt im Lifestyle-Segment zu positionieren.
Auch bei Veranstaltungen in Stadt und Landkreis wird sich die Cellesche Zeitung künftiger stärker engagieren, sei es in Kooperation mit etablierten Events – oder wird selbst als Veranstalter auftreten. Die große CZ-Tombola zur Weihnachtszeit, die Wahl zur „Miss Celle online“ zusammen mit der „Miss Germany Corporation“ oder auch die CZ-Sportlerehrung sind Erfolge in diesem Geschäftsbereich, auf die der Zeitungsverlag schon blicken kann.

Das alles geschieht, damit sich die Celler weiterhin auf seriöse Nachrichten aus dem CZ-Verlag verlassen können. Damit es Journalisten gibt, die Geschichten seriös recherchieren, die am Puls der Zeit und nah an ihren Lesern sind. Deshalb wird nicht alles anders. Aber so Manches neu. Und so wird eine neue CZ 200 Jahre alt.