Kevin Reuker (kleines Foto) und Holger Sundermann sind als Systemadministratoren im gesamten Haus unterwegs - treppauf, treppab mit Rechner und Co. sowie auch im Serverraum im Keller. ©Michael Schäfer

Holger Sundermann und Kevin Reuker kennen alle – und alle kennen Holger und Kevin. Denn die beiden Systemadministratoren lagen nicht nur unter jedem Schreibtisch im CZ-Gebäude an der Bahnhofstraße und haben Kabel eingestöpselt, damit der digitalen Zeitungsproduktion nichts im Wege steht. Auch in der Druckerei in Klein Hehlen sind sie häufig Gäste. Dabei wollen sie am liebsten unsichtbar sein. „Am besten ist es, wenn wir nicht gebraucht werden. Dann läuft alles – und wir sind wie unsichtbar“, sagt Holger Sundermann. Seit 2006 ist er für die IT bei der Celleschen Zeitung verantwortlich.

Gibt es doch einmal Schwierigkeiten, sind die beiden von bemerkenswerter Geduld. Anrufe nach Feierabend, weil eine Seite nicht den Weg auf die Platte finden will? Kein Problem. Besuche am Arbeitsplatz, weil irgendetwas partout nicht funktioniert, das Problem tatsächlich aber vor dem Rechner sitzt, wie der zerknirschte User dann einsehen muss? Man lacht gemeinsam drüber. Klar, dass die beiden einen ganz besonderen Treibstoff für Körper und Geist brauchen. Im Fall von Holger Sundermann heißt das Zaubermittel Nutella. Bei Kevin Reuker ist es eine Kombi aus Eiweiß und Koffein, die ihn am Laufen hält. Die beiden können ihr spezielles Doping gut gebrauchen, schließlich sind sie mit Beamer, PC, Bildschirm oder sonstigen Elektrogeräten oft treppauf, treppab unterwegs durchs Haus.

„Wenn es irgendwo klemmt und im schlimmsten Fall die Produktion unserer Zeitung gefährdet ist, dann sind wir plötzlich die wichtigsten Personen bei der CZ“, beschreibt Holger Sundermann den Umstand, dass ohne Server und Software bei einer Tageszeitungsproduktion heutzutage nichts mehr geht. Ohne Internetzugang übrigens auch nicht.

Die ganze Welt immer nur einen Mausklick entfernt, das Gelingen der Zeitungsproduktion aber auch abhängig von der Telefongesellschaft und vielen weiteren technischen Details – das war vor rund 30 Jahren noch nicht so. Da gaben Journalisten handschriftlich gefüllte Papierblätter in eine Texterfassung. Von dort wanderten die Texte erst mal zu einem Korrektor, von dort ging es in den Klebeumbruch, wo Texte und Fotos für Zeitungsseiten tatsächlich mit Schere und Klebstoff in Form gebracht wurden. So genannte Reprografen bannten anschließend die Layouts auf Reprofilme, aus denen wiederum in der Druckerei die Druckplatten hergestellt wurden.

Mit seinen 39 Jahren zählt Holger Sundermann zu denen, die einen weiten Bogen geschlagen haben. Denn er hat noch eine Ausbildung zum Schriftsetzer bei der CZ absolviert. Ein Berufszweig, der, kaum dass für Sundermann die berufliche Laufbahn begonnen hatte, auch schon ausgestorben war. Denn mit dem „Desktop Publishing“ wurden ganze Berufsgruppen plötzlich überflüssig. Heute gibt es bei der CZ zwar die Trennung von Schreibenden und Layoutenden – aber digital arbeiten alle. Von der Terminverwaltung und Themenplanung über das Schreiben von Texten und Hochladen von Bildern, dem Layout der Zeitungsseite und der Bildbearbeitung sowie dem Bespielen des Online-Auftritts bis hin zum Ausbelichten der Seiten direkt auf die Druckplatten – der Rechner ist das zentrale Produktions- und Recherchemittel.

Damit das alles funktioniert, arbeitet die Cellesche Zeitung mit einer Vielzahl von Softwarelösungen. „Und damit all diese Systeme reibungslos miteinander funktionieren, stellen wir dafür die technischen Wege bereit“, erklärt Holger Sundermann.

Natürlich ist das Firmennetzwerk der Tageszeitung mit einem zentralen Virenscanner versehen. So ein sensibles System muss entsprechend geschützt werden. „Eine Besonderheit ist, dass Meldungen der Nachrichtenagenturen nach wie vor nicht per Internet, sondern über einen separaten Satellitenkanal gesendet werden“, erklärt Sundermann. Server, Datensysteme, aber auch das Redaktionssystem: Das alles ist aus Sicherheitsgründen doppelt vorhanden. Und im Notfall – wenn gar nichts mehr hilft – ist es möglich, von einem System auf das andere umzuschalten. Damit die CZ wie immer pünktlich auf dem Frühstückstisch liegt.