Die zweite Generation: Johanna Heuer geb. Schweiger

    Johanna Schweiger (1805–1888) wurde als Tochter von Ignaz und Christine Wilhelmine Schweiger in Celle geboren. Sie heiratete den Buchdrucker Friedrich Wilhelm Heuer aus Hannover, der die Firma Schweiger & Pick 1833 übernahm. Den Titel der Zeitung änderte er 1834 in „Cellesche Anzeigen“. Heuer investierte ein Vermögen in den Neubau des Hauses und die Neuausstattung der Druckerei. Doch bereits 1837 starb er im 27. Lebensjahr. Das Paar hatte zwei Töchter. Die junge Witwe übernahm nun die Verantwortung für den Betrieb. Mithilfe eines Faktors (Werkmeisters), zunächst L. Anholt und dann K. E. Harder, führte sie das Geschäft über 30 Jahre lang. Ernst Pfingsten schrieb dazu einst: „Sie leitete es in stiller, weiblicher Art, ohne selbst dabei hervorzutreten. Sie war in ihrem Wesen behutsam, aber doch umsichtig, sparsam, aber nicht kleinlich.“ In den politisch aufregenden Jahren 1848 und 1849 öffnete Witwe Heuer das Blatt für Meinungsbeiträge und Versammlungsberichte, kehrte aber schnell wieder zur Form des „braven Intelligenzblattes“ zurück. Erst ab 1862 wurden kurze lokale Nachrichten gebracht. Seit April 1861 erschien der Anzeiger wöchentlich dreimal: dienstags, donnerstags und samstags. 1865 wurde eine Schnellpresse von König & Bauer aufgestellt, die zunächst aber noch von Hand betrieben wurde. Dennoch beschleunigte sie den Druckvorgang entscheidend. Ab Dezember 1866 erschien der „Cellesche Anzeiger“ auch sonntags, also viermal pro Woche. Mittlerweile war das Königreich Hannover von den Preußen annektiert und Celle nun preußische Provinzstadt. Witwe Heuer mochte es sich weder mit den neuen Machthabern noch mit den welfentreuen Einwohnern verderben. Sie holte ihren Schwiegersohn in das Familienunternehmen und zog sich zurück. Ab dem 23. Juni 1868 stand Georg Heinrich Pfingsten als verantwortlicher Redakteur im Impressum.