4500 Tonnen Papier, 110 Tonnen Farbe

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Zum Team des Druckzentrums der Celleschen Zeitung gehören zurzeit 30 Mitarbeiter. ©Marcus Jacobs

Die Wiege der heutigen Celleschen Zeitung, das war eigentlich eine Druckerei. Die hatten der Drucker Conrad Pick und der Schriftsetzer Ignaz Schweiger zum 1. Juli 1813 gegründet. Knapp vier Jahre später, am 2. April 1817, erschien eine erste Ausgabe eines vierseitigen und einmal pro Woche aufgelegten Mitteilungsblattes, der „Zellesche Anzeiger“, dem Vorgänger der Celleschen Zeitung. Damals in einem Format, das etwa dem heutigen
DIN A 5 entspricht.

Im gleichen Jahr legte Pick in Celle auch den Grundstein für die Druckfarbenproduktion Hostmann-Steinberg. Bis heute bezieht die Cellesche Zeitung ihre Farben von diesem Unternehmen, das inzwischen zur Hubergroup Deutschland GmbH gehört.

Ab 1. Februar 1869 erschien das Blatt unter dem neuen Titel „Cellesche Zeitung und Anzeigen – Kreisblatt für den Kreis Celle (die Städte Celle und Burgdorf, die Aemter Celle, Burgdorf und Burgwedel)“. Zugleich wurde das Zeitungsformat von einer DIN A5-ähnlichen Größe umgestellt auf eines, das etwa dem heutigen Berliner Format entspricht.

Um 1880 betrug die Auflage der „Celleschen Zeitung und Anzeigen“ im Sommer rund 1500 Exemplare, im Winter etwa 1800. Abends wurde mit dem Druck begonnen, der bis spät in die Nacht dauerte. Morgens verteilte ein einziger Austräger die Zeitungen.

Im Jahr 1908 drehten sich erstmals die Druckzylinder einer kleinen Rotationsmaschine, die einen vierseitigen Bogen bedrucken konnte. Weil mit der Inflation die Auflage stieg, wurde 1924 eine gebrauchte, 16-seitige Rotationsmaschine angeschafft.

1934 zog das Zeitungshaus innerhalb von Celle an seinen heutigen Standort an der Bahnhofstraße. Wenige Jahre später wurde 1940 eine größere, gebrauchte Zwillingsrotationsmaschine angeschafft, die bis Anfang der 1970er-Jahre ihren Dienst tat. Die Druckmaschinen stammen bis heute immer vom Hersteller Koenig & Bauer aus Würzburg, einem Unternehmen, das ebenfalls 1817 gegründet worden ist.

Am 1. Juli 1974 begann die Ära des Rollenoffsetdrucks bei der Celleschen Zeitung. Anders als beim Hochdruck, bei dem die erhabenen Teile der Druckform Farbe annehmen und sie später auf Papier drucken, wird das physikalisch-chemische Prinzip des gegenseitigen Abstoßens von Fett und Wasser genutzt: Eine ebene, 0,3 Millimeter dünne und mit Gummi beschichtete Aluminiumplatte wird belichtet, entwickelt und in den Plattenzylinder gespannt. Farbwalzen tragen die Druckfarbe auf, die nur von bestimmten Partien der Platte aufgenommen und an eine Gummiwalze abgegeben wird. Diese überträgt die Farbe dann auf das Papier.

Seit 1974 befindet sich das Druckzentrum der Celleschen Zeitung nun im Ortsteil Klein Hehlen und wurde seitdem ständig erweitert und modernisiert: 2016 wurde die sogenannte Druckvorstufe technisch auf den neuesten Stand gebracht und. Sie arbeitet energetisch und technisch nach modernsten Standards.

Zurzeit beschäftigt die Druckerei 30 Mitarbeiter in vier Schichten. Die Rotationsmaschine „Colora“ bedruckt jährlich rund 4500 Tonnen Papier mit mehr als 100 Tonnen Farbe. Alle Druckobjekte werden im Rollenoffset-Rotationsdruckverfahren hergestellt, je nach Umfang auch durchgängig im Vier-Farb-Druck.

Neben der Celleschen Zeitung werden an sechs Tagen pro Woche auch die Wolfsburger Allgemeine Zeitung und die Gifhorner Aller-Zeitung hergestellt. Hinzu kommen die im Schweiger & Pick Verlag erscheinenden Anzeigenblätter Celler Markt und Bergener Stadt- und Örtzeanzeiger sowie weitere wöchentlich erscheinende Anzeigen- oder Mitteilungsblätter aus der Region, wie der Celler Kurier, das Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Lachendorf oder der Wathlinger Bote.

Das CZ-Druckzentrum gehört heute zu den größten und modernsten grafischen Betrieben in der Südheide. Durch die langjährige Erfahrung der Mitarbeiter in Beratung und Produktion ist das Druckzentrum der Celleschen Zeitung ein kompetenter und zuverlässiger Partner, der auch ambitionierte Vorstellungen in Papier und Farbe umsetzt. Einen neuen Imagefilm über die Druckerei gibt es im Youtube-Kanal „CeZettTv“.