Papierröllchen bringen fast 1,5 Millionen Euro

Gewinn oder kein Gewinn? Das scheint hier die Frage. Doch tatsächlich ist die Tombola zugunsten der CZ-Atkion „Mitmenschen in Not" immer ein Gewinn. ©Alex Sorokin

Der Himmel ist grau, die Temperaturen sind knapp über null Grad, und vereinzelte Windböen lassen einen kurzzeitig erschauern. Eigentlich kein Wetter, bei dem man gern lange draußen bleibt. Und doch tummelt sich in der Celler Innenstadt am Alten Rathaus eine Gruppe von Menschen. Zwischen ihnen sind vereinzelt welche mit grünen Leibchen und Eimern in der Hand. Es sind Mitarbeiter der Celleschen Zeitung. In ihren Behältern findet sich der Grund für die Menschenansammlung: kleine gelbe Papierröllchen. Die Lose der CZ-Weihnachtstombola. Die umstehenden Menschen greifen beherzt in die Eimer, ziehen ein oder mehrere Lose heraus und reißen sie energisch auf – in freudiger Erwartung eines Gewinns.

Bereits zum 20. Mal fand die Tombola zugunsten der Aktion „Mitmenschen in Not“ im vergangenen Dezember statt. Los ging einst alles 1997 auf dem Weihnachtsmarkt in Wienhausen. 10.915 Euro kamen seinerzeit an zwei Tagen in die Kasse – der Hauptpreis war noch kein Auto, sondern eine Schiffsreise nach England.

Längst ist aus dem Wochenende eine Woche geworden, und der Erlös hat sich in Richtung sechsstelliger Summen entwickelt. Insgesamt kamen bislang fast 1,5 Millionen Euro zusammen. Möglich ist dies durch die großzügige Unterstützung vieler Sponsoren aus der Region, aber auch weit darüber hinaus. So wurden allein im vergangenen Jahr 9039 Preise zur Verfügung gestellt, die über die Lose einen neuen Besitzer fanden. Am begehrtesten war ein roter Seat
Mii 1.0, den das Autohaus Fischer und die CZ gemeinsam präsentierten.

Die einen versuchen es an diesem trüben Dezember-Tag mit einem oder zwei Losen, viele investieren aber auch größere Summen. „Dank dieser wieder einmal tollen Resonanz werden wir am Ende wohl einen sechsstelligen Erlös eingespielt haben“, prognostiziert Chefredakteur Ralf Leineweber, der nahezu während der gesamten Woche als Losverkäufer im Einsatz ist. „Bei keiner anderen Aktion komme ich in so kurzer Zeit mit so vielen Menschen und damit auch mit so vielen Lesern in Kontakt wie hier“, sagt er.

„Die Gewinne sind ganz unten im Eimer, aber ich muss da ein bisschen aufpassen, dass nicht zu viele gezogen werden“, scherzt Leineweber. Eine Frau hatte mit einem Augenzwinkern gefragt, wo denn die meisten Gewinne zu holen seien. In Wahrheit wurden die Lose am Vortag des Tombola-Starts unter notarieller Aufsicht gemischt und niemand weiß, in welchem Eimer sich welche Preise befinden. „Wir sind ja hier nicht auf dem Schützenplatz“, so der Chefredakteur.

Am Ende bewahrheitet sich seine Prognose bezüglich des zu erwartenden Erlöses. Samstagmittag sind die letzten Lose vergriffen, und der anschließende Kassensturz ergibt eine Summe von 101.049 Euro – so viel wie nie zuvor. „Eine maßgebliche Rolle für Erlös und Dauer des Losverkaufs spielt das Wetter und da hatten wir diesmal bis auf einige kurze feuchte Abschnitte Glück“, freut sich der Chefredakteur.

Zum dritten Mal in 20 Jahren ist die 100.000-Euro-Grenze geknackt worden. Nicht jeder Teilnehmer hat gewonnen, aber alle haben geholfen. „Wirklich verlieren kann man hier auch nicht“, versichert Leineweber. „Das Geld ist gut angelegt und bleibt in der Region.“ Über die Aktion „Mitmenschen in Not“ wird damit Bedürftigen in Stadt und Landkreis Celle geholfen. Und von denen gibt es leider immer mehr.