Leistung von Celler Heimatsportlern im Fokus

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Die Heimatsportler des Jahres 2016 vereint auf einem Foto: die A-Jugend Handballerinnen der Spielgemeinschaft HBV 91 Celle/SV Altencelle mit Trainer Moritz Kaplick (rechts), Der Bundesliga-Handballer Lars Lehnhoff (Mitte) und die Speedskaterin Martina Smutek (Fünfte von rechts). ©Alex Sorokin

Wenn es diese Ehrung nicht schon gäbe, müsste man sie erfinden.“ Gesagt hat das Günther Volker. Der Ehrenpräsident des Landessportbundes Niedersachsen und Celles inzwischen verstorbenes Sport-Urgestein war ein großer Fan der CZ-Sportlerehrung. Erfinden musste man sie tatsächlich nicht mehr, denn als Volker im Jahr 1989 seine Worte sprach, gab es die Veranstaltung bereits seit Jahren. Genauer gesagt seit dem 31. Dezember 1953. An diesem Tag fragte die CZ erstmals: Wer ist der erfolgreichste Heimatsportler? Bis heute hat die Wahl nichts von ihrem Reiz verloren. Im März wurden zum 63. Mal die CZ-Heimatsportler des Jahres gekürt.

Lange bevor andere einen ähnlichen Weg beschritten – es dürfte sich um die älteste Veranstaltung dieser Art in Niedersachsen, aber auch eine der ältesten in ganz Deutschland handeln –, war die Wahl in Celle im Jahr 1954 auf Initiative des damaligen Sportchefs Hans Nolte ins Leben gerufen worden. Noltes Idee: „Wir beabsichtigen, mit dieser Frage die CZ-Leser zum Nachdenken über die heimatsportlichen Leistungen anzuregen.“ Ein gewollter Nebeneffekt: Celles Box-Legende Hans-Peter („Toni“) Mehling sollte eine zusätzliche Ehre zuteilwerden. Zwar war der Box-Champion – er brachte es in seiner Karriere auf insgesamt sechs Deutsche Meistertitel – von der Stadt persönlich ausgezeichnet worden, eine Ehrung in größerem Stil aber hatte es bis dato nicht gegeben.

So schlug Nolte dem Verleger Ernst Pfingsten vor, seitens der Heimatzeitung eine Sportlerehrung zu initiieren. Gesagt – getan. Die Resonanz war groß. 4619 gültige Stimmzettel gingen bei der ersten Abstimmung ein, auf denen insgesamt 186 Namen von erfolgreichen Sportlern genannt wurden. Übrigens: Mehling entschied die Abstimmung für sich.

Die große Beteiligung an der Premieren-Wahl war Grund genug, die CZ-Ehrung zu einer festen Einrichtung werden zu lassen. Neben der Abstimmung über die Einzelsportler kam noch eine Mannschaftswertung hinzu.

Über die Jahre hinweg gab es kleinere Veränderungen. So ist das Abstimmungsverfahren heute nicht mehr ganz so aufwendig. Musste früher jeder Name einzeln auf den Stimmzettel geschrieben werden, so reichen heute Kreuze. Auch der Veranstaltungsort hat sich geändert: Während die Ehrung lange Zeit im CZ-Verlagsgebäude an der Bahnhofstraße durchgeführt wurde (der eine oder andere erinnert sich noch an die sehr intime Atmosphäre), nahm die CZ das 50. Jubiläum ihrer Sportlerwahl zum Anlass, die Örtlichkeit zu wechseln. Der runde Geburtstag wurde mit 300 Gästen bei Livemusik und sportlichen Darbietungen in der Alten Exerzierhalle gefeiert.

Und wer da in all den Jahren nicht alles zur Wahl stand: Welt- und Europameister, Olympiasieger, Deutsche Meister, aber auch Sportler, die im norddeutschen Raum oder auf Landesebene erfolgreich waren. Am Ende waren es keineswegs immer die erfolgreichsten Sportler, die die meisten Stimmen erhielten. Vielmehr war und ist die CZ-Leserumfrage auch eine Persönlichkeitswahl, die immer mal wieder Überraschungen hervorbrachte. Aber genau das ist der besondere Reiz einer Ehrung, die inzwischen vielfach kopiert wurde.