Die Gründer: Ignaz Schweiger, Conrad Pick und Georg Beneken

    Franz Ignaz Schweiger (1777–1835) wurde in Würzburg als Sohn des bischöflichen Hofbäckers geboren. Angesehene Handwerkermeister traten als Taufpaten auf. Als Ignaz mit zehn Jahren zum Waisen wurde, sorgten sie für seine Ausbildung zum Schriftsetzer in einer Würzburger Druckerei. Nach Lehre und Gesellenjahren kaufte er sich für 200 Taler die nötige Grundausstattung und reiste nach Celle, um eine eigene Druckerei zu gründen. Er betrieb sie anscheinend eine gewisse Zeit, bis er wegen des Schulze‘schen Privilegs wieder schließen musste. Privat hatte Schweiger in Celle zunächst mehr Erfolg als geschäftlich. Er heiratete Christine Wilhelmine Tiedemann (1780–1855). Sohn Wilhelm Adolf wurde im Jahr 1803 geboren, Tochter Johanna 1805.
    Die französische Okkupation brachte kurzfristig die Gewerbefreiheit. Trotz Protestes hatte das Schulze’sche Privileg ausgedient und Schweiger konnte endlich seiner Profession nachgehen. Er schloss sich mit dem Buchdrucker Pick zusammen.
    20 Jahre lang betrieb Schweiger nun seine lang ersehnte Druckerei. Er druckte zahlreiche lokale und juristische Publikationen und seit 1817 den Vorläufer der Celleschen Zeitung. Damit hat er den Grundstein für das Familienunternehmen gelegt. Ignaz Schweiger übergab 1833 an seinen Schwiegersohn und starb am 30. November 1835 nach langer schwerer Krankheit.

    Heinrich Conrad Pick (1771–1833) hatte in Hannover beim „Landschaftlichen Buchdrucker Schlüter“ gelernt. Anschließend arbeitete er in Berlin und Hamburg, bis er nach Celle kam, um hier eine Druckerei zu gründen. Sein Konzessions-Antrag vom 27. Februar 1809 wurde jedoch abgelehnt. Pick erhielt erst in „westfälischer Zeit“, etwa 1811, die Erlaubnis. Er hatte in Celle die Witwe Wolde geheiratet. Sie hatte das Haus Mauernstraße 41 von ihrem ersten Mann, einem Bäcker und Brauer, geerbt. Nach ihrem Tod erbte es Pick. Dort war die Buchdruckerei von Schweiger & Pick untergebracht, wo am 2. April 1817 zum ersten Mal ein „Zellescher Anzeiger“ entstand. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte sich Pick bereits mit einer neuen Leidenschaft: Er laborierte gemeinsam mit Johann Ernst Holste an der fabrikmäßigen Herstellung der Druckfarbe. Frau Pick soll beide wegen ihrer geschwärzten Gardinen des Hauses verwiesen haben. Im Pick’schen Garten am Bremer Weg bauten sie darum im Sommer 1817 eine Scheune, die in der Folge mehrmals abbrannte. Doch schließlich gelang dort die erste fabrikmäßige Herstellung von Druckerschwärze auf dem europäischen Festland. Pick machte mit Holste den Anfang für die bis heute erfolgreiche Druckfarbenfabrik, den meisten Cellern besser bekannt als Hostmann-Steinberg, heute Hubergroup Deutschland GmbH. Am 29. August 1833 starb Conrad Pick. Aus dem Geschäft hatte er sich aber bereits Jahre zuvor zurückgezogen.

    Der Dritte im Kreise der Gründerväter der Celleschen Zeitung war Georg Friedrich Wilhelm Beneken (1765–1824). Er wurde in Sehnde geboren und war Pastor wie sein Vater: zunächst als Anwärter in Soltau, dann 1797 bis 1803 in Natendorf und von 1803 bis 1818 schließlich in Nienhagen. Mit seiner Ehefrau Friederike Ernestine geb. Witte aus Hannover hatte er zehn Kinder. Bei der Geburt der letzten beiden war die Mutter am 20. August 1812 in Nienhagen gestorben.

    Nicht nur sein kinderreicher Haushalt und die dürftig ausgestattete Pfarre brachten Beneken finanzielle Probleme, sondern auch die bewegten Zeiten mit vielen Einquartierungen von Soldaten. Beneken war auch leidenschaftlicher Schriftsteller und konnte publizistische Erfahrungen vorweisen. Ab 1801 hatte er die Zeitschrift „Der Philosoph in der Lüneburger Heide“ herausgegeben. Als sein Hauptwerk gilt „Teuto, oder Urnamen der Deutschen“ von 1816. Seine hannovertreue Gesinnung hatte er in einer gedruckten Rede „An die braven Männer der hannoverschen Landwehr“ vom 11. Januar 1814 bewiesen. 1817 war Benekens Schicksalsjahr, denn wegen Zahlungsnot bekam er zunehmende Probleme mit seinen Vorgesetzten. Schließlich verlor er seine Pastorenstelle, wohl auch weil er gelegentlich betrunken auffiel. Als Pastor nicht mehr tragbar, wurde er 1818 in den Ruhestand versetzt und kam ab Sommer 1818 im Werk- und Arbeitshaus in Hannover unter. Seine Kinder hatte er vorher bei Verwandten und Freunden untergebracht. Am 24. Januar 1824 starb Beneken.